Rassismus tötet rassistische und rechtsextreme Übergriffe in Deutschland seit der Wiedervereinigung

Vorurteile können wachsen, sich entwickeln und manifestieren. Mitunter führen diese fest verankerten Überzeugungen zu gewalttätigen Handlungen.

 

 

Foto von Andreas Zick, Professor an der Universität Bielefeld

»Wir unterschätzen die Macht und Gewalt von Vorurteilen und wir unterschätzen, wie wesentlich sie gerade ihre Funktion für Extremismus und einen Populismus, der sich ihrer bedient und der Feindbilder braucht, erfüllen.«

Prof. Dr. Andreas Zick 
(Konflikt- und Gewaltforschung)

Gewaltbereite Taten, die auf Rassismus und Rechtsextremismus basieren, fordern in Deutschland immer mehr Todesopfer. Eine Chronik mit Taten seit der Wiedervereinigung und weitere Informationen hat ein Team, bestehend aus Journalisten des Tagesspiegels und „Zeit Online“, in einer gemeinsamen Langzeitrecherche zusammengestellt.

Hier geht es zur Chronik des Tagesspiegels (externer Link).

 

Prof. Dr. Beate Küpper über rassistisch motivierte Gewalt in Deutschland:

 

 

Transkript zum Video

Solingen, Mölln, das sind solche Ereignisse, die sich uns ins Gedächtnis gebrannt sind. Zumindest als Begriff. Wir hatten dann, etwas später, die fremdenfeindlichen rassistischen Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen und in Heuerswerder. Wir hatten durchaus auch davor, rechtsextreme, rassistische Gewalt. Wir hatten auch ermordete Menschen und zusammenschlagende und getötete Menschen, die einer Gruppe zugewiesen wurden, die man irgendwie nicht mag. Wir hatten Anschläge gegen jüdische Einrichtungen, gegen Jüdinnen und Juden auch in der Zeit davor, und wir hatten auch in der DDR ein hohes Ausmaß an rassistischer Gewalt, was aber nicht so bekannt war, weil eben kein Staat besonders offen beim Umgang solcher Vorfälle ist, das galt für Westdeutschland und galt eben auch für den Osten.