Was ist ...? Institutioneller Rassismus

Die Begriffe „institutioneller Rassismus“ oder „Rassismus in Institutionen“ verweisen „auf das Problem, dass in Institutionen, staatlicher wie nicht staatlicher Art, Prozesse der bewussten, unbewussten sowie mittelbaren und unmittelbaren Diskriminierung Eingang finden können. In Deutschland gibt es keine staatlich organisierte, systematische Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen (z. B. Apartheid, „Rassengesetze“ u. Ä.). Die in Deutschland bestehenden staatlichen Institutionen sind durch rechtsstaatliche Strukturen geprägt und unterliegen den Normen des demokratischen Verfassungsstaates. Formen rassistischer Diskriminierungen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit können jedoch in allen gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen vorkommen.“- Auszug aus dem Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus (externer Link).

Dr. Andrés Nader erklärt Institutionellen Rassismus anhand eines Beispiels:

 

 

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Wenn mir gesagt wird, „Du gehörst nicht dazu“, kann es sein, dass ich mich so verhalte, als würde ich nicht dazu gehören. Aber da muss man schauen, wie entstehen diese Botschaften? Ich möchte ein Beispiel nennen, das für mich institutionellen Rassismus klar macht und das ist ganz eindeutig nicht intendiert. Das ist ein Berliner Fall. Ein junges Schwarzes deutsches Mädchen wurde gerade eingeschult. Sie war ganz glücklich in der Schule, war ein kluges Mädchen. Eine Woche später fragt Ihre Großmutter: “Was willst du einmal werden? Jetzt wo deine Schulkarriere angefangen hat?” Und das junge Mädchen sagt: “Ich wäre gerne Lehrerin, aber das geht nicht.” Und die Großmutter fragt: “Warum nicht?” Ja, ich bin doch Schwarz und Lehrerinnen sind Weiß.