Was ist...? Rassismus

Bei der Beschreibung von Rassismus orientiert sich das BMFSFJ an der UN-Anti-Rassismus-Konvention (International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination / ICERD):

„In diesem Übereinkommen bezeichnet der Ausdruck ,Rassendiskriminierung‘ jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird.“

Diese Definition ist leitend für die gesamte Bundesregierung, die das Übereinkommen 1969 ratifiziert hat. Mit Blick auf den Begriff „Rasse“ stellt sich die Bundesregierung gegen jede Annahme oder Lehre, die die Existenz unterschiedlicher menschlicher „Rassen“ behauptet.

Nina Mühe über den Unterschied zwischen Vorurteilen und Rassismus:

Transkript zum Video

Vorurteile und Rassismus, da unterscheiden wir eigentlich vor allem, dass wir sagen: “Vorurteile beziehen sich sehr stark auf individuelle Personen, eine Person kann Vorurteile haben.” Von Rassismus sprechen wir stärker, wenn wir darauf hinweisen wollen, dass das auch eine strukturelle Sache ist, dass sozusagen Rassismus nicht nur bei einzelnen Personen vorhanden ist, sondern dass sich Rassismus eigentlich durch die ganze Gesellschaft zieht. Wir sprechen auch von strukturellem Rassismus. Es ist so, dass wir beispielsweise sehen, wenn in Institutionen oder in Unternehmen Menschen mit Migrationsgeschichte beispielsweise schlechtere Chancen haben voranzukommen, auf der Karriereleiter aufzusteigen, da größere Hürden haben, dann hat das mit Rassismus zu tun, ohne dass unbedingt einzelne Personen bewusst rassistisch handeln müssen. Auch Gesetze und Regelungen wie Kopftuchverbote für Lehrerinnen sehen wir als rassistische Gesetze und Regelungen an, ohne dass eine einzelne Person rassistisch sein muss. Deswegen ist es wichtig, die Haltung und die rassistische Äußerung voneinander zu trennen, weil in unserer Gesellschaft, die eben sehr stark von Rassismus geprägt ist, es sehr schwierig ist, uns davon frei zu machen. Die einzelne Person ist eigentlich angehalten, sich zu reflektieren, die eigenen Handlungen und Gedanken zu reflektieren, aber es ist nicht so, dass irgendjemand komplett frei davon ist.