Was kannst du gegen Alltagsrassismus tun? so einiges.

So einiges:

Ob bewusst oder unbewusst: Jede und jeder von uns verhält sich im Alltag mitunter rassistisch. Dies zu erkennen, ist nicht immer leicht. Etwas dagegen zu tun, ist daher umso wichtiger. Unser Verhalten kann mit dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft zu einem Ort wird, an dem sich alle willkommen und zugehörig fühlen. Wir zeigen dir hier, wie du im Kleinen wie im Großen gegen Alltagsrassismus vorgehen kannst.

Erkenne Alltagsrassismus

Offenkundige Diskriminierungen wie Beleidigungen oder körperliche Angriffe sind leicht zu identifizieren. Viel schwieriger ist es mit subtilem Verhalten oder Kommentaren, die manchmal nicht böse gemeint, aber dennoch verletzend sind. Schon die Frage „Wo kommst du denn ursprünglich her?“ oder das Kompliment „Du sprichst aber gut Deutsch!“ bezeichnen dein Gegenüber indirekt als „nicht zugehörig“ und sind daher rassistisch. Alltagsrassismus ist oft unauffällig, begegnet uns aber bei genauerem Hinschauen in etlichen Bereichen, z.B. am Arbeitsplatz, in Schulbüchern, bei Behörden oder auch im Club. Und zwar immer dann, wenn Menschen wegen äußerlicher Merkmale in Gruppen eingeteilt, ausgegrenzt und als weniger wert betrachtet werden.

Informiere dich

Um Alltagsrassismus besser zu erkennen, muss man Rassismus verstehen. Über Bücher, Filme und Materialien von der Bundeszentrale für politische Bildung erfährst Du mehr über die aktuellen Debatten und geschichtliche Hintergründe.  Die Dokumentation „Afro.Deutschland“ zeigt z.B. wie schwarze Menschen ihre deutsche Heimat erleben. Hier kannst du dich z.B. zu den Standpunkten von Sinti und Roma, Schwarzen Menschen oder Muslimen informieren und mehr über ihre Erlebnisse erfahren – auch in Bezug auf ihr langjähriges Engagement gegen Rassismus sowie ihren Einsatz für Empowerment. 

Achte auf deine Sprache und höre zu

Sprache kann verletzen! Achte daher auf deinen Sprachgebrauch und versuche, dich diskriminierungsfrei auszudrücken. Oft kann dies schon einen großen Unterschied machen. Und wer unsicher ist, fragt lieber zweimal nach.

Es gibt Dinge, die man nicht wirklich nachvollziehen kann, wenn man sie nicht erlebt hat. Dazu gehört unter anderem Rassismus. Daher ist es wichtig, ein offenes Ohr zu haben für die Erfahrungen von Betroffenen. Wer aufmerksam zuhört, wird viel über Alltagsrassismus und die Verletzungen der Betroffenen erfahren.

Mach den Mund auf

Still sein, hilft niemandem: zum Beispiel wenn in der Bahn jemand mit rassistischen Kommentaren beleidigt wird. Du kannst auf ganz unterschiedliche Weise den Betroffenen zeigen, dass sie nicht allein sind, indem du der Betroffenen Person signalisierst, dass du an ihrer Seite bist, indem du offen widersprichst und deutlich machst, dass dieses Verhalten inakzeptabel ist. Dabei ist es jedoch wichtig, dass du dich selbst nicht in Gefahr bringst. Hol dir Unterstützung bei anderen und ruf die Polizei. 

Wir erleben aber im Alltag nicht nur offen geäußerten Rassismus, sondern auch latent rassistische Äußerungen, z.B. beim Kneipengespräch mit Freunden, beim Pausenplausch mit Kolleginnen und Kollegen oder bei Feiern im Kreis der Familie. Dann ist es wichtig, offen und ruhig zu widersprechen, kritisch nachzufragen, Behauptungen mit Argumenten zu widerlegen und Widersprüche aufzudecken. Es wird nicht immer gelingen, den Menschen gegenüber zu überzeugen. Aber es ist wichtig, eine klare Haltung zu zeigen – gerade in großen Runden. Denn wenn dort rassistischen und verletzenden Aussagen nicht widersprochen wird, bleiben diese stehen und werden als normal hingenommen.

Die Wandzeitung der Bundeszentrale für politische Bildung zeigt an konkreten Beispielen, wie gehandelt werden kann.

Engagiere dich ganz konkret

Sei solidarisch – auch im Netz. Beteilige dich freiwillig in Vereinen oder Organisationen, besuche Demos und Veranstaltungen. Schon das Liken und Teilen themenrelevanter Beiträge bringt Betroffenen sichtbar mehr Reichweite und macht ihre Stimme hörbarer. Wer einen rassistischen Übergriff direkt erlebt, kann entweder einschreiten oder aber die Polizei informieren. Beobachtest du rassistisches Verhalten, biete dich den Betroffenen unterstützend als Zeuge oder Zeugin an. Und wer auf rassistische Online-Inhalte stößt, sollte diese per Screenshot sichern und zeitnah melden.

Bleib selbstkritisch

Niemand ist fehlerfrei. Auch dann nicht, wenn er oder sie sich für eine gute Sache einsetzt. Aber aus Fehlern kann man viel lernen. Wer sich immer wieder selbstkritisch hinterfragt und sich auch eigenen Vorurteilen ganz bewusst stellt, kann sich nicht nur persönlich weiterentwickeln, sondern auch das eigene Umfeld positiv verändern. Sich gegen Rassismus zu engagieren, ist wie ein aktiver, lebenslanger Lernprozess.

Hier findest du eine Auswahl an Informationen zum Thema Alltagsrassismus und was man persönlich dagegen tun kann:

Nina Mühe darüber, wie man bei Alltagsrassismus reagieren und helfen kann:

Transkript zum Video

Ja also wichtig ist, je nach der Situation zu handeln. Wenn man jetzt erlebt, dass im Bekanntenkreis, oder bei einer Feier, sich Leute antimuslimisch oder rassistisch äußern, ist es natürlich schön, wenn man Stellung bezieht. Also wenn man das nicht so stehen lässt und einfach nur schweigt, sondern eine andere Meinung einbringt. Wenn man Zeuge wird von einem Angriff, oder dass jemand bedrängt wird, beispielsweise in der U-Bahn, wenn eine Frau mit Kopftuch blöd angesprochen oder bedrängt wird, da ist es ein gutes Verhalten oder eine gute Möglichkeit, dass man zu der Person geht. Also zu der Person, die angesprochen wurde, dem Opfer sozusagen und sich mit dieser Person unterhält. Und den Angreifer nach Möglichkeit komplett ignoriert. Natürlich muss man gucken, was das genau für eine Situation ist, man sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen, aber oft sind es ja wirklich solche verbalen Angriffe. Und da ist es ganz gut, dass man den Angreifer komplett ignoriert, ihn dadurch eigentlich aus der Situation drängt, indem man sich der Person unterhält, die angegriffen wird.