Was sind ...? Vorurteile

Prof. Dr. Beate Küpper darüber, was Vorurteile sind und wo Alltagsrassismus beginnt:

 

 

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Wir alle haben so unsere Vorurteile. Davon müssen wir schlicht und ergreifend ausgehen. Sie sind tief in der Kultur verankert, wir haben diese Vorurteile gelernt, beispielsweise aus Schulbüchern oder haben diese als Kind in unserer Umgebung aufgeschnappt. Wir kennen Vorurteile auch aus den Medien. Jetzt sind Vorurteile laut sozialpsychologischer Definition erst einmal nichts anderes als generalisierte Einstellungen gegenüber einer sozialen Gruppe X. Also pauschale Einstellungen. Mitglieder der Gruppe X sind „so und so“ und dann finde ich die generell besser oder schlechter, bewerte sie also positiver oder negativer. Jetzt ist es so, dass viele von uns von sich selber gerne möchten, keine solchen Vorurteile zu haben, keine rassistischen Einstellungen, keine antisemitischen Einstellungen. Und wir haben auch soziale Normen, die uns sagen, sei offen, sei tolerant und habe keine Vorurteile. Deswegen ist es häufig so, dass immer dann, wenn diese soziale Normen sehr präsent sind, Vorurteile sich eben nicht so offen und direkt ausdrücken, sondern sich eher in ganz kleinen, subtilen Hinweisen zeigen. Zum Beispiel fängt das an bei Mikroaggression. Das heißt, einem etwas abschätzigen Blick, man guckt vielleicht etwas misstrauischer, wenn man ein Mitglied dieser Gruppe X sieht, man guckt vielleicht nicht ganz so freundlich wie bei jemanden, den man seiner eigenen Gruppe zuordnet. Und wenn diese Normen aber nicht so stark wirken, dann kann das durchaus auch offener geschehen: Dann geht es den nächsten Schritt, dann sage ich: „Ja, die anderen sind ganz anders und die sind auch nicht gut wie wir – in vielen Punkten, die uns wichtig sind!“.